QUANDO QUANDO ist einer der bekanntesten Songs der Kessler-Zwillinge und spielt mit stereotypen Vorstellungen, die Deutsche von Italienern haben und umgekehrt (Hörner 2016).
I. Entstehungsgeschichte
Der Song QUANDO QUANDO (auch bekannt unter „Sag mir Quando, sag mir wann“) ist ein Cover, der die Vorgänger in puncto kultureller Bedeutung weit hinter sich gelassen hat (Hörner 2016). Das Original Dimmi Quando ist ursprünglich 1962 auf Italienisch von Alberto Testa geschrieben worden, bekannt in Italien wurde es durch den Film Il sorpasso (dt. Verliebt in scharfe Kurve) im gleichen Jahr, in dem es von Emilio Pericoli vorgetragen wurde. In Deutschland wurde es ebenfalls 1962 durch die deutsche Übersetzung von Catarina Valente bekannt, die den Text einigermaßen wortgetreu übersetzt hat und aus Dimmi Quando „Sag mir quando, sag mir wann“ gemacht hat. QUANDO QUANDO von Alice und Ellen Kessler, in Deutschland auch als Kessler-Zwillinge, in Italien als Gemelle Kessler bekannt, ist von großer mediengeschichtlicher Bedeutung, da es in einer ausschließlich in den 1960er-und 1970er-Jahren populären Form des Musikkonsums veröffentlicht wurde. Ursprünglich von Michael Pfleghar als Auftritt in einer Fernsehshow konzipiert und aufgeführt, wurde daraus nämlich ein Musikvideo avant la lettre (vgl. Kessler 1996: 147; Pfleghar 1963: 87–88). Gespielt wurden diese Musikvideos allerdings nicht im Fernsehen, sondern vor allem auch in audiovisuellen Jukeboxen (Hörner 2015). QUANDO QUANDO wurde als Tonträger insofern zunächst ursprünglich auf eine 16mm Filmrolle gebannt, die für mit Bildschirmen ausgestattete Jukeboxen produziert wurden. Das Format trug in Italien den Namen Cinebox, hergestellt von der Technologiefirma OMI (Ottico Meccanica Italia), in Frankreich hieß das Format Scopitone, hergestellt von der noch existierenden Firma CAMECA (Compagnie dʼapplications mécaniques à lʼélectronique, au cinéma et à lʼatomistique). In den sechziger Jahren konkurrierten die beiden etwas unterschiedlichen Systeme um die Vorherrschaft in Europa und später auch in Amerika, wobei QUANDO QUANDO, obgleich es in Rom spielt, zuerst für die in Frankreich verfügbaren Scopitones-Filme produziert wurde (Hörner 2015). Interessant ist, dass beide Unternehmen, Cameca und OMI, mehr oder weniger in der Rüstungsindustrie tätig waren, und Michele Bovi, der die Geschichte der Cinebox in Italien erzählt hat, vermutet, dass die Technik während des Zweiten Weltkriegs (also von zwei sich bekriegenden Nationen) für die Kommunikation in der Armee entwickelt wurde. Dies bestätigt Friedrich Kittlers These, dass der Krieg der Vater aller Medien ist (Bovi 2007). Der Name Scopitone bezog sich also sowohl auf die Produkte, also die Videoclips, als auch auf eine Art riesiger Jukebox mit aufgesetztem Bildschirm. In dessen Inneren befand sich ein recht komplizierter und offenbar empfindlicher Mechanismus, der aus einem Drehkreuz mit 36 Spulen bestand, in denen je ein 16-mm-Film aufbewahrt wurde. Sobald der Zuschauer einen Film ausgewählt hatte, drehte sich das Rad in die richtige Position und führte den Film in den Projektor ein. Das Bild wurde seitenverkehrt projiziert (Hörner 2015).
II. Kontext
Die Kessler-Zwillinge mischen allerdings beide Versionen und singen den Text auf Italienisch und nur die letzte Strophe auf Deutsch. Dabei lässt sich ein minimaler deutscher Akzent bei den italienischen Strophen heraushören. In QUANDO QUANDO präsentieren sich die Kessler-Zwillinge dem Publikum als Bewohnerinnen von Rom. Dabei spielt die Begegnung von Eigenem und Fremden eine zentrale Rolle, konkret in diesem Fall um den „deutschen“ (und vor allem weiblichen) Blick auf Italien als das Land der Fremde und der Sehnsüchte und den männlichen (und vor allem „italienischen“) Blick auf die Kessler-Zwillinge. Dass diese Zuordnung von Eigenem und Fremden allerdings nicht bruchlos aufgeht, zeigt sich bereits an den Kessler-Zwillingen selbst, die eben nicht nur als „Deutsche“ fungieren, Rom also nicht nur als Touristinnen präsentieren, sondern in den 1960er-Jahren eben auch in Rom wohnten und als „repräsentative“ römische Stars wahrgenommen wurden.
Eine wichtige Rolle für die Vorstellungen von „amor“ spielen in den 1950er- bis 1960er-Jahren neben QUANDO QUANDO eine Vielzahl von populären Musikstücken und Filmen, aber auch die eigenen lebensweltlichen Erfahrungen der Bewohner*innen beider Länder – die wiederum stark durch Massenmedien geprägt wurden. So schreibt etwa Manning über die 1950er-Jahre, dass der Schlager „zum Sehnsuchtsmedium der Verheißung zur imaginierten Flucht aus dem Arbeitsalltag“ wurde (Manning 2011:174). Neben dem Hit Zwei Kleine Italiener (Bottà o.J.) spielten auch Mischformen von Urlaubs- und Schlagerfilm, wie in Der bunte Traum, eine gewichtige Rolle, der ebenso wie QUANDO QUANDO die amourösen Eskapaden mit dem Topos des Traums verbindet.
Mit der Entstehungszeit des Lieds und vieler anderer Songs, welche die Sehnsucht nach dem Meer mit der Sehnsucht nach amourösen Abenteuern verbinden, fällt die „Entdeckung“ von Italien als Urlaubsort der Deutschen zusammen. Dabei war der Urlaubsflirt nicht nur ein geläufiges Stereotyp, sondern auch tatsächlich ein nicht ganz so seltenes Erlebnis.
Für die Popularität dieses Allgemeinplatzes war nicht nur der Schlager, sondern auch der westdeutsche Film der Nachkriegszeit zuständig. Ihnen gelang es, „ein sehnsuchtsvolles Bild Italiens als Projektionsfläche für Wünsche und Träume von Außeralltäglichkeit“ zu zeichnen (ebd. 175). Von großer Wirksamkeit waren Spielfilme wie Italienreise – Liebe inbegriffen (Regie: Wolfgang Becker, 1958) oder Schick deine Frau nicht nach Italien (Regie Hans Grimm, 1960), bei denen bereits die Titel das amouröse Abenteuer verkünden. Wobei besagte Filme allesamt mit der Rückkehr nach Deutschland und auch im übertragenen Sinn mit der Rückkehr in die Realität (und somit zu den deutschen Ehemännern) enden (Möhring 2007: 249–274, zitiert nach Manning 2011: 177). Insgesamt zählt Gabriele Vogt über 100 Filme im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zwischen 1949 und 1963, welche diesen Italienmythos nährten Vogt 1999).
Dieses Bild von Italien verblieb aber nicht in fiktionalen Formen des Fernsehens, sondern wurde ebenso in Revuen und Zeitschriften von beiden Ländern aus verbreitet. So rief etwa die italienische Zeitschrift Epoca ihre männlichen italienischen Leser dazu auf, sich im Sommer an die von deutschen Tourist*innen bevölkerten Strände rund um Rimini zu begeben, da dort bereits die deutschen Mädchen auf Abenteuer warten würden (Manning 2011: 179). In Deutschland zeichneten die Zeitschriften Revue, Brigitte, Bild oder der Stern ein ähnliches Bild der „Pappagalli“, so der Begriff, der wörtlich Papagei bedeutet, für italienische Männer, die sich mit Touristinnen einließen (Manning 2011: 180).
III. Analyse
Das Stück besteht im Grunde aus zwei Teilen: Einem Intro von 32 Takten – 8 Takte, in denen nur die Rhythmusgruppe zu hören ist, 16 Takte mit zusätzlichem Bläser-Riff und 8 Takte Schlagzeugbreak und Bläser-Groove, das zu einem kompletten Break führt. Darauf folgt ein durchgängiger Gesangspart von 128 Takten, der mit einem langen Auftakt „Dimmi Quando“ beginnt und in acht Strophen aufgeteilt ist. Die acht Strophen lassen sich tendenziell in Refrain, Strophe, Bridge unterteilen, wobei die Unterschiede in Melodik, Harmonik sowie Text minimal sind und der Rhythmus im Großen und Ganzen unverändert bleibt. Sowohl nach dem Intro als auch in der Mitte des Stücks beginnt nach dem Break ein annähernd in Halftime gesungener Auftakt, der zu dem Refrain führt. Charakteristisch für das Stück ist der lange und ad libitum lang gedehnte Auftakt „Dimmi quando tu ver-rai“, der bereits auf Zählzeit 2 des Auftakts beginnt und auch musikalisch als Zäsur fungiert. Dieser Auftakt ist ein unverwechselbarer episodical marker, führt die Zuschauenden durch das Video und sorgt für Abwechslung. Es folgt darauf eine Strophe, eine weitere, in leicht veränderter Harmonik gesungene Strophe mit Bridgefunktion und dann wieder das gleiche Break. Darauf folgen der Refrain, bestehend aus zwei Strophen auf „lala“, vom Backgroundchor gesungen, und schließlich zwei auf Deutsch gesungene Strophen.
Das Tempo ist mit ca. 208–210 bpm recht schnell, wobei es nach den Dimmi-Quando-Breaks immer etwas schneller weitergeht, wie es überhaupt leichte Temposchwankungen gibt.
Musikalisch interessant sind Genre-Synekdochen (Tagg 1992) im Sinne von Verweisen – auf einzelne musikalische Elemente verschiedener Musikrichtungen, hier insbesondere in Bezug auf lateinamerikanische Musik.
Das Intro beginnt mit einem recht eindeutigen Samba-Rhythmus, mit einem Bass-Riff, das auf der 1, 2+ und 4 Akzente setzt, also ein „halber“ Clave-Rhythmus. Dazu gibt es leichte Percussion, eine Rhythmusgitarre sowie einen Blechbläsersatz; der eine Teil spielt Off-Beat-Akzente, dann setzt ab dem neunten Takt ein zweiter Bläsersatz ein, der ein Riff im Mariachi-Stil spielt. Im letzten Teil des Riffs spielt der Bass nur noch die Akzente auf 1 und 2+, nach dem Break alterniert der Bass (womöglich unbeabsichtigt) zwischen Betonungen auf 1 und 3 sowie auf 1 und 2+, sodass es sich insgesamt wie eine Mischung aus Samba und Polka anhört. Harmonisch benutzt der Bass Grundton und darunterliegender Quarte, dazu gibt es, kaum hörbare Percussion und Rhythmusgitarre, vor allem aber Bläser-Fill-Ins. Musikalisch bilden diese Fill-Ins die einzige Variation. In der Bridge wird der Bläsereinsatz reduziert und der Background übernimmt die Fill-In-Funktion. Insgesamt ließe sich also von einem stark europäisierten Samba sprechen, in dem die rhythmische Komplexität weitgehend reduziert ist und die hauptsächliche Betonung auf der vokalen Gestaltung liegt. Zudem wirkt die musikalische Umsetzung, im Vergleich zu klassischen Samba-Rhythmen, hektischer und weniger auf den Punkt, was mit seiner visuellen Entsprechung zu einem – möglicherweise – unbewussten salienten Gestaltungselement avanciert.
Es lässt sich also festhalten, dass hier bereits eine interkulturelle Begegnung verschiedener Musikstile repräsentiert wird – oder eher gesagt (und aus europäischer Sicht gesprochen), mit musikalischen Mitteln die Aneignung von Exotik bedeutet wird.
Der eher vage, durch die Musik vermittelte Eindruck einer „gebändigten“ Exotik erhält im Zusammenspiel mit Text und Bildern eine Konkretion, die speziell auf Italien und noch spezieller auf Rom verweist.
Bei der Textanalyse bietet sich an, anstatt vom lyrischem Ich in einem Song zu sprechen, mit Philip Auslander und Allan Moore zwischen der Sängerin als realen Person („real person“), der Sängerin als performance persona und der von der Sängerin verkörperten Figur („character“) zu unterscheiden (Auslander 2006: 100–119; Moore 2011: 125–134), wobei bei Alice und Ellen Kessler das Zusammenspiel dieser drei Ebenen durch das Zwillingsein noch komplizierter wird. Auf der Ebene der realen Person haben wir Alice und Ellen Kessler, die jeweils ihr eigenes Leben, auch wenn dieses auffällig parallel und gemeinschaftlich verläuft, etwa, weil sich beide gegen einen festen Lebenspartner und für ein geschwisterliches Zusammenleben entschieden hatten (Kessler/Kessler: 1996). Die performance persona im Sinne der Rollenerfüllung einer musikschaffenden Person auf Bühne und Tonträger wären dann beide gleichzeitig als „die Kessler-Zwillinge“. Denn ihre musikalische Karriere besteht in dem gemeinsamen Auftreten und auch hier singen beide unisono und Frauke Schmitz-Gropengießer etwa zeigt, dass der Erfolg der „Kessler-Zwillinge“ eben auch in ihrem doppelten Vorkommen begründet liegt, das immer auch als Spiel mit Identität und Doppelung, Spiegelbild und Geschwisterlichkeit inszeniert wird (vgl. Schmitz-Gropengießer 2018). Diese performance persona bzw. lateinisch korrekt eher performance personae „Kessler-Zwillinge“ verkörpern im Song wiederum die fiktionale Figur, und zwar eine weibliche Touristin, welche ihren Geliebten wiedersehen möchte.
Im Text drückt diese Touristin ihre Sehnsucht nach einem Gegenüber aus, das es bald wiedertreffen möchte. Im Refrain heißt es, sinngemäß übersetzt: „Sag mir, wann Du kommst, das Jahr, die Stunde, den Tag, an dem wir uns küssen werden“. Während sich die Touristin in den Strophen sicher ist, „irgendwann werde ich Dich lächelnd neben mir sehen“, überfallen es in der Bridge Zweifel, sie verlangt eine Erklärung und kann sich das Leben ohne den anderen nicht mehr vorstellen, im zweiten Refrain ist sie sich aber wieder ihrer Sache ganz gewiss: „Du wirst mich küssen und sagen: Wir werden nie mehr voneinander lassen“.
Die letzten beiden Strophen sind auf Deutsch gesungen: „Lass uns träumen am Meer einen Traum von Amor. Denn so schön wie ein Traum kommt mir dann das Leben vor“. Es handelt sich auf den ersten Blick also um ein klassisches Liebeslied, das von erfüllten und unerfüllten Sehnsüchten spricht. Durch die Zweisprachigkeit der Strophen wird dabei suggeriert, dass es sich um eine deutsche Frau und einen italienischen Mann handelt, die sich bei einem Urlaubsflirt kennengelernt haben, da das Wiedersehen in den nächsten Stunden, Tagen oder eben auch Jahren („L’anno il giorno l’ora in cui forse tu mi bacerai“) stattfinden kann, eben noch in diesem Urlaub oder in einem der nächsten. „Lass uns träumen am Meer“ bezieht sich somit nicht nur auf das Sonnenbaden am Strand, sondern auch auf den noch zu behandelnden Zwischenstatus des Urlaubs zwischen Alltag und Realitätsflucht. Denn auch wenn der Text dies nicht explizit beschreibt, scheint der Liedtext sich von klassischen Sehnsuchts-Topoi, die sich schon im Petrarkismus etc. finden, insofern zu unterscheiden, als eine Erfüllung nicht im Bereich des Unmöglichen scheint. Das Thema Urlaub wird noch in einem weiteren Scopitone-Video der Kesser-Zwillinge („Bons baisers à bientôt“) thematisiert.
QUANDO QUANDO inszeniert ein komplexes Spiel zwischen Realität und Fantasie, Eigenem und Fremdem. Musikalisch verbindet das Lied deutschen Schlager mit lateinamerikanischen Rhythmen, entlehnt etwa aus Bossa Nova und europäisiertem Samba. Diese „domestizierte Exotik“ war im deutschen Schlager der 1960er-Jahre bereits etabliert und rahmt amouröse Abenteuer als touristische Fantasie.
„Amor“ verweist dabei nicht nur auf sprachliche Italiensehnsucht, sondern bündelt kulturelle Projektionen von Liebe, Romantik und Italienbild und verweist zugleich als Palindrom von Roma auf die Stadt der Liebe (Reitz-Joosse 2014: 326-328). Die fünf deutlich künstlichen Settings – Bahnhof, Kolosseum, Trevi-Brunnen, Via Veneto – zitieren ikonische Rom-Bilder und insbesondere La Dolce Vita. Die sichtbare Kulissenhaftigkeit betont den Zeichencharakter der Stadt: Rom erscheint nicht als reale, indexikalisch erfasste Stadt, sondern als ikonische Projektion touristischer Imagination.
Im Musikvideo treten die Kessler-Zwillinge zugleich als Figuren (Touristinnen) und als Stars auf. Bereits ihr Auftritt aus beschrifteten Boxen („Attenzione Cinema“) markiert ihren performativen Starstatus. Mit Erika Fischer-Lichtes Konzept der „perzeptiven Multistabilität“ lässt sich beschreiben, wie sie gleichzeitig Rolle und eigene Persona verkörpern (Fischer-Lichte 2004: 257). Performance und Montage unterstreichen die Theatralik: wenige, betonte Schnitte strukturieren Szenenwechsel wie Bühnenakte. Kamera und Bewegung verlaufen meist parallel, wodurch ein flanierendes Moment entsteht; in Schlüsselszenen wird der direkte Blick in die Kamera zum bewussten Spiel mit dem „männlichen Blick“. Die Zwillinge inszenieren ihre „to-be-looked-at-ness“ aktiv und reflektieren damit mediale Schaulust (Mulvey 2009: 19).
Auch die Statisten erfüllen eine Doppelfunktion: Sie sind zugleich Touristen und Zuschauer, Beobachter und Beobachtete. Berührungen mit den Kessler-Zwillingen werden vermieden und stabilisieren deren Starstatus. So entsteht ein metamediales Spiel zwischen Theaterästhetik, Revue und Musikvideo. Die Kessler-Zwillinge erscheinen als Touristinnen und Attraktion, die Statisten als Akteure und Publikum, und Roma-Amor als ikonisches Zeichen zwischen Realität und Imagination.
IV. Rezeption
QUANDO QUANDO erfreute sich in den 1960er-Jahren einer großen Popularität, durch die mediale Dauerpräsenz der Kessler-Zwillinge in Fernsehshows ab den späten 1950er-Jahren (z. B. Peter Frankenfeld, Musik aus Studio B), durch ihre Tätigkeiten als Revuestars auf internationalen Bühnen wie dem Lido de Paris (ab 1955) oder dem Düsseldorfer Appollo (Kessler/Kessler 1996) sowie durch die schon beschriebene ikonische Inszenierung als synchronisierte Doppel-Performerinnen, die ein einzigartiges Markenzeichen im deutschen Fernsehen darstellte (Wulff 2016).
Coverversionen existieren unter anderem von Anthony Ross, Piero Esteriore, Roberto Blanco, Fergie, Michael Bublé und Dieter Thomas Kuhn.
Erneute Popularität erwarb der Song durch den Gastauftritt der Kessler Zwillinge bei einer Tatortfolge: „Das Dorf“ wurde am 4. Dezember 2011 in der ARD mit Ulrich Tukur als Hauptkommissar ausgestrahlt. Die Kessler Zwillinge spielten dabei die Rolle als Mutter eines Bösewichts und gaben dabei eine schwungvolle Tanz- und Gesangseinlage zu QUANDO QUANDO, zu der sie von Tukur am Klavier begleitet werden. Der Hauptkommissar leidet an den Symptomen eines Hirntumors und halluziniert in einer Szene, bei der er die Mutter des Bösewichts alias die Kessler Zwillinge doppelt sieht (ARD 2011) (Wulff 2016). Auch nach dem gemeinsamen Freitod von Alice und Ellen Kessler Ende 2025 erlebte die Musik, u.a. auch QUANDO QUANDO einen erneuten Aufmerksamkeitsschub (SWR 2025, 10:39).
FERNAND HÖRNER
Credits
Vocals: Alica Kessler; Ellen Kessler
Songwriting: Tony Renis
Lyrics: Alberto Testa (italienisch), Hans Bradke (deutsch)
Label: Cameca
Length: 3:13 min
Recordings
Alice und Ellen Kessler: Quando Quando, 1063, Cameca, CA 118, https://www.scopitonearchive.com/scopitones/a_series.2.html [19.02.2026].
Emilio Pericoli. „Quando Quando Quando”. On: Emilio Pericoli – Quando Quando Quando, 1962, Ricordi – SRL 10-236, Italy (Vinyl, 7’’, 45 RPM)
Valente, Caterina. „Quando Quando“. On: Caterina Valente Und Silvio Francesco – Quando Quando / Für Eine Nacht Voller Seligkeit, 1962, Decca – D 19 351, Germany (Vinyl, 7″, 45 RPM, Single)
Music videos
„Quando Quando – Kessler twins – HD HQ – Scopitone“, https://www.youtube.com/watch?v=mKoXFSV1ZXE&list=RDmKoXFSV1ZXE&start_radio=1 [03.01.2026].
Covers
Fergie feat. will.i.am. „Quando Quando Quando”. On: Nine (Original Motion Picture Soundtrack), 2009, Geffen Records – 0602527275017, Europe (CD, Album).
Michael Bublé. „Quando Quando Quando”. On: It’s Time, 2005, 143 Records – 9362-48946-2, Reprise Records – 9362-48946-2, Europa (CD, Album).
Dieter Thomas Kuhn: „Sagʼ mir Quando sagʼ mir wann“. On: Dieter Thomas Kuhn & Band – Sagʼ mir Quando sagʼ mir wann, 1998, WEA – 3984 24032-2, Germany (CD/ Single).
Kai Rautenberg. „Quando, Quando, Quando = Sag mir ʻQuandoʼ Sag mir Wann…“. On: Holiday In Italy, 1974, Telefunken – 6.22006, Telefunken – 6.22006 (AF), Germany (Vinyl, LP, Album).
Peter Alexander. „Sag mir Quando (Quando, Quando)“. On: Meine Lieblings-Melodien, 1987, AMIGA – 8 56 205, German Democratic Republic (GDR), (Vinyl, LP, Compilation, Stereo).
Piero Esteriore & Roberto Blanco. „Quando Quando Quando”. On: Piero Esteriore & Roberto Blanco Blue Martin – Quando Quando Quando. Records EAN 7619933912927, 2009, Switzerland (CD, MP3).
Ross Anthony. „Sagʼ mir Quando, Sagʼ mir wann”. On: Schlager Lügen Nicht, 2019, Telamo – 405380431262, Germany (CD, Album, Stereo).
Semino Rossi. „Quando Quando (Sag mir Quando, sag mir wann)“. On: Amor (Die Schönsten Liebeslieder Aller Zeiten), 2015, Polydor – 06025 475 7606 4, Germany (CD, Album, Stereo).
Silvio Francesco. „Sag mir Quando, Quando, Quando“. On: Vergißmeinnicht (Eine Große Star-Gala Der Erinnerungen), o. J., EMI – 1C 046 Y 14 6988 1, Germany (Vinyl, LP, Compilation, Stereo).
Vanessa Neigert. „Sag mir Quando, sag mir wann“. On: Mit 17 Hat Man Noch Träume, 2009, Ariola – 88697 56473 2, Sony Music – 88697 56473 2, 313 Music – 88697 56473 2, Europe (CD, Album).
References
Auslander, Philip: Musical Personae. In: The Drama Review 1/50 (2006), 100–119.
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Hörner, Fernand: Le scopitone. Une (r)évolution audiovisuelle? In: Das französische Chanson im Licht medialer (R)evolutionen. La chanson française à la lumière des (r)évolutions médiatiques. Ed. by Fernand Hörner and Ursula Mathis-Moser. Würzburg: Königshausen und Neumann 2015, 191–207.
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Reitz-Joosse, Bettina: Rom. In: Metzler Lexikon moderner Mythen. Ed. By Stephanie Wodianka und Juliane Ebert. Stuttgart: Weimar 2014, 326–328.
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Vogt, Gabriele: Italien im deutschen Film der 50er und beginnenden 6oer Jahre. [Magisterarbeit]. Universität Osnabrück 1999. München: GRIN Verlag, 2003.
Wulff, Hans J.: Der Tanz der Puppen: Die Kessler-Zwillinge und ihre Performances In: Pop-Zeitschrift, 04.12.2016. URL: https://blogs.uni-siegen.de/pop-zeitschrift/2016/12/04/der-tanz-der-puppen-die-kessler-zwillinge-und-ihre-performancesvon-hans-j-wulff4-12-2016/ [02.06.2025].
Films
Das Dorf. Tatort Folge 819 vom 4. Dezember 2011, Hessischer Rundfunk, Regie: Justus von Dohnànyi, 88 Min.
Verliebt in scharfe Kurven (It. Originaltitel: Il sorpasso), 1962, Regie: Dino Risi, 105 Min.
Showstars im Doppelpack: Das Leben der weltberühmten Kessler-Zwillinge. SWR, 17.11.2025.
Italienreise – Liebe inbegriffen, 1958, CCC-Film, Regie: Wolfgang Becker, 96 Min.
Schick deine Frau nicht nach Italien, 1960, Bayrischer Rundfunk, Regie: Hans Grimm.
Links
Caterina Valente: Quando, Quando 1962, https://www.youtube.com/watch?v=Gzd1f3ruTfo [02.12.2025].
Die Kessler Zwillinge tanzen im Tatort, https://www.youtube.com/watch?v=9rCEA4l8rd0 [01.06.2025].
Dieter Thomas Kuhn: Sag mir quando, sag mir wann (Live), https://www.youtube.com/watch?v=hr55ZKX5_-s [02.12.2025]
Emilio Pericoli: Quando Quando Quando, http://www.youtube.com/watch?v=i2Oxk26dqWU [02.12.2025].
Kessler Sisters: Quando, Quando (Scopitone de 1963), https://www.youtube.com/watch?v=y_G4ejRCDpU [01.06.2025].
Piero Esteriore und Roberto Blanco: Quando Quando Quando, https://www.youtube.com/watch?v=KNRK0jjjIww [02.12.2025].
Ross Anthony: Sag’ mir Quando, Sag mir wann (Offizielles Lyricvideo), https://www.youtube.com/watch?v=lVyRS3yqy_E&t=38s [02.12.2025].
Genius: Quando quando – Caterina Valente. In: Genius. Transkription der Songlyrics., o. J. URL: https://genius.com/Caterina-valente-quando-quando-lyrics [03.12.2025].
Alice & Ellen Kessler – Quando, quando, quando. In: Lyrics Translate, 02.03.2021. URL: https://lyricstranslate.com/en/kessler-zwillinge-quando-quando-quando-lyrics.html [03.12.2025].
About the Author
All contributions by Fernand Hörner
Citation
Fernand Hörner: „Quando Quando (Alice & Ellen Kessler)“. In: Songlexikon. Encyclopedia of Songs. Ed. by Michael Fischer, Fernand Hörner and Christofer Jost, http://www.songlexikon.de/songs/quando-quando, 02/2026.
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