1996
Die Toten Hosen

Bonnie & Clyde

Der Song BONNIE & CLYDE gehört zu dem Erfolgsalbum Opium fürs Volk und ist bis heute einer der populärsten Songs der Toten Hosen. Mit ihrer Faszination für das Leben des amerikanischen Gangsterpaars gehört die Band zu einer Reihe von Musikern, Autoren und Regisseuren, die sich mit diesem Stoff künstlerisch auseinandergesetzt haben.

I. Entstehungsgeschichte

Das Album Opium fürs Volk wurde am 26. Januar 1996 veröffentlicht. Es ist das zehnte Studioalbum der Band. Außerdem veröffentlichten Die Toten Hosen bis zu diesem Zeitpunkt einen Live-Mitschnitt sowie ein Best Of-Album.

Die Platte wurde unter dem Label JKP (Jochens kleine Plattenfirma) veröffentlicht und ist somit das erste Album des bandeigenen Labels. Der Vertrag mit Virgin Records lief 1995 aus. Im September und Oktober des gleichen Jahres wurde Opium fürs Volk im Skyline Studio in Düsseldorf aufgenommen. Abgemischt wurde das Album daraufhin im Studio Dierks. Produzent war, wie bei den meisten Vorgängern des Albums, der Engländer Jon Caffery.

BONNIE & CLYDE wurde als dritte Single des Albums im Juni 1996 ausgekoppelt. Diese erschien mit drei weiteren Liedern, darunter eine Coverversion des Songs “Do You Love Me” von der Band Kiss. Für die Singleauskopplung drehte die Band ein entsprechendes Musikvideo. Regisseur des Clips war Ralf Schmerberg.

Für die Musik ist Michael Breitkopf, einer der beiden Gitarristen der Band, verantwortlich. Der Text wurde von Andreas Frege (besser bekannt unter seinem Künstlername Campino), dem Sänger und Frontmann der Toten Hosen, geschrieben.

II. Kontext

Die Toten Hosen waren im Jahr 1996 bereits deutschlandweit bekannt. Unter anderem der Song “Hier kommt Alex” (1988) sorgte für die gestiegene Popularität der Band. Auch im Ausland hatten sie sich zu diesem Zeitpunkt bereits einen Namen gemacht. Dabei ist vor allem die englischsprachige Punkszene um Bands wie Sex Pistols, The Clash, Ramones und den Musiker Johnny Thunders zu erwähnen. So traten die Toten Hosen zusammen mit Iggy Pop beim letzten Konzert der Ramones in Buenos Aires auf. Bis heute spielt die Band regelmäßig Konzerte in Argentinien und anderen südamerikanischen Staaten.

Opium fürs Volk ist das bis dahin erfolgreichste Album der Band. Sein Stellenwert spiegelt sich auch in der Tatsache wider, dass vergleichsweise viele Songs des Albums noch heute Bestandteil der Konzerte der Toten Hosen sind. Inhaltlich beschäftigen sich die Songs (mit Ausnahme von “Zehn kleine Jägermeister”) mit ernsthaften Themen. Die Auseinandersetzung mit Religion ist dabei ein stets wiederkehrendes Motiv. Die Inspiration hierzu erhielt Campino in erster Linie durch einen mehrtägigen Klosterbesuch. Weitere Themen sind Liebe, Vergänglichkeit und Drogen. Die Texte sind durchgehend von mal offenen, mal versteckten gesellschaftskritischen Elementen geprägt.

Der Titel BONNIE & CLYDE ist ein Liebeslied, verschmolzen mit der rebellischen Attitüde des Punkrock. Die Vorlage für den Text bietet die wahre Geschichte des Gangsterpaars Bonnie Elizabeth Parker und Clyde Chestnut Barrow. Die beiden raubten in der Zeit von 1931 bis 1934 im mittleren Westen verschiedene Geschäfte und Banken aus und befreiten diverse Häftlinge aus einem Gefängnis. Dabei erschossen sie mehrere Personen, unter anderem auch einige Polizisten. Letztlich wurden sie selbst im Mai 1934 von der Polizei erschossen.

Bonnie und Clyde sind seit jeher Symbolfiguren für ein Leben in Freiheit fern jeglicher staatlicher Repressionen, über die sich auch gesetzeswidrig und mit Gewalt hinweggesetzt wird. Das Gangsterpaar wurde bereits in anderen Songs behandelt und romantisiert, wie etwa bei Serge Gainsbourg.

III. Analyse

Die Geschichte des Songs BONNIE & CLYDE wird aus der Perspektive einer männlichen Person geschildert. Dieser meint, die Frau, auf die er schon immer gewartet hat, gefunden zu haben, und fantasiert über den Verlauf einer Liebesbeziehung mit ihr. Diese ist geprägt von permanenten Abenteuern, bei denen beide gemeinsam durch die Welt ziehen und ohne Rücksicht auf Gesetze, Eigentum oder gar das Leben von Anderen, ihre Freiheit ausleben – im Extremfall auch auf Kosten des eigenen Lebens. Unter anderem die zweite Strophe, in der von einem Bankraub erzählt wird, bei dem das Paar auf Polizisten schießt, verdeutlicht diese Kompromisslosigkeit. Neben der (kriminellen) Abenteuerlust wird stets die Liebe und der Zusammenhalt der beiden Protagonisten betont. Verdeutlicht wird das durch Aussagen wie “Ich geh’ mit dir durch dick und dünn bis an das Ende dieser Welt” und die mehrfach wiederholte Zeile “Leg deinen Kopf an meine Schulter, es ist schön ihn da zu spüren” zu Beginn jedes Refrains. Der gesamte Text ist von Anspielungen und Parallelen zum Leben des realen Paars Bonnie Elizabeth Parker und Clyde Chestnut Barrow geprägt. Dementsprechend können Liedzeilen wie “Komm wir bomben uns durch’s Leben und öffnen jede Tür” oder “Unsere Liebe soll ein Sprengsatz sein, der ständig explodiert” sowohl metaphorisch die Beziehung der beiden beschreibend als auch auf eine tatsächliche kriminelle Handlung anspielend gedeutet werden.

Der Song BONNIE & CLYDE ist in Form einer für Rockmusik typischen Vers-Chorus-Struktur aufgebaut. Das Schlagzeug und der Bass, der sich vordergründig auf Grundtöne beschränkt, agieren als treibende Rhythmusgruppe. Akzente werden vor allem durch das Spiel der Gitarren gesetzt.

Eingeleitet wird das Lied über acht Takte von einem recht einfachen und eingängigen Gitarrenriff. Der Gesang der ersten Strophe setzt mit den letzten beiden Tönen des Riffs ein. An das Intro schließt sich folgender Songverlauf an: 1. Strophe – Refrain – Zwischenspiel – 2. Strophe – Refrain – Solopart – 3. Strophe – Refrain (2x).

Innerhalb der Strophe lassen sich zwei Teile erkennen. Der erste Teil besteht aus der einmalig wiederholten Akkordfolge | Am | G | C | D |. Dies entspricht auch der Akkordfolge des Intros. Daran schließt sich der zweite Teil mit der Akkordreihung | Am | F | D | C C/H | an. Auch diese wird einmal wiederholt, wobei der C-Akkord mit Grundton H im zweiten Durchlauf wegfällt. Durch diese Zweiteilung der Strophe erhält der letzte Teil den Charakter eines Prechorus. Dieser Eindruck wird besonders durch das Zusammenspiel der beiden Rhythmusgitarren in diesem Part deutlich.

Die erste Rhythmusgitarre spielt in Intro, Zwischenspiel und den Strophen den grundlegenden Achtel-Rhythmus des Stücks. Dabei kommt die sogenannte Palm-Mute-Technik zum Einsatz, bei der die Saiten während des Spielens mit dem Handballen abgedämpft und somit am Ausklingen gehindert werden. Der Klang der beiden Rhythmusgitarren ist dabei stark verzerrt. Die zweite Rhythmusgitarre, die diesen Effekt im Intro und im Zwischenspiel lediglich doppelt, setzt in den Strophen zusätzliche Akzente. Im ersten Strophenteil werden jeweils auf der Viertelzählzeit die Powerchords als Staccato gespielt. Zum Ende dieses Teils wird dieses akzentuierte Spiel leicht aufgebrochen. Im zweiten Part der Strophe spielen beide Rhythmusgitarren auf den Viertelzählzeiten. Eine besondere Betonung erfolgt dabei zusätzlich auf dem jeweils zweiten und dritten Viertel eines Taktes durch die zweite Rhythmusgitarre. Auf der ersten und letzten Zählzeit wird hingegen nur der Akkordgrundton gespielt. Die Staccato-Spielweise auf Basis des Achtel-Rhythmus der ersten Rhythmusgitarre erzeugt eine Spannung innerhalb des Songs, die auch im Text transportiert wird. Die unterschiedliche Betonung der Zählzeiten im zweiten Strophenteil verstärkt diesen Spannungseffekt.

Im letzten Takt der Strophe spielt die zweite Rhythmusgitarre einen offenen E-Dur Akkord. Zusammen mit dem Powerchord der ersten Gitarre auf C entsteht hierbei eine Zweistimmigkeit. Die Gesangsmelodie folgt dabei der zweiten Rhythmusgitarre (E-Dur).

Im Refrain entlädt sich die in der Strophe kontinuierlich aufgebaute Spannung. Beide Rhythmusgitarren spielen dabei offene Powerchords. Zusätzlich erklingt die Lead-Gitarre und spielt einzelne Noten über den F-Dur Akkord. Im vorletzten Refrain wird das Spiel der Lead-Gitarre leicht erweitert. Der einstimmige Gesang von Campino in den Strophen wird im Refrain von Backgroundstimmen unterstützt, sodass ein chorischer Klang entsteht – ein typisches Element der Musik der Toten Hosen.

Der Solopart nach dem zweiten Refrain beginnt mit einer deutlich hörbaren Veränderung im rhythmischen Spiel. Hierfür ist in erster Linie das Schlagzeug verantwortlich. Der bis zu diesem Zeitpunkt durchgängig treibende Rhythmus wird an dieser Stelle aufgebrochen. Das Gitarrensolo passt sich dem an und erklingt zunächst nur mit wenigen, teils über einen ganzen Takt liegenden Tönen. Nach acht Takten kehrt der Song wieder zu seinem Ursprungsrhythmus und Tempo zurück. Entsprechend dieser erneuten Steigerung nimmt auch das Solo Fahrt auf. Es gipfelt in einem schnellen Achtel-Rhythmus. Über die kompletten 16 Takte des Soloparts erklingen im Hintergrund Polizeisirenen.

BONNIE & CLYDE endet mit zwei Wiederholungen des Refrains, die kleinere musikalische Unterschiede zu den vorher gespielten aufweisen. In der ersten Wiederholung wird das Spiel der Lead-Gitarre erweitert und beginnt bereits im ersten Takt über dem C-Dur-Akkord. Die zweite Wiederholung, gleichzeitig Schlusspart des Songs, fällt durch deutliche rhythmische Veränderungen auf. Die Toten Hosen spielen dabei im Halftime-Feeling, d.h. das Tempo des Songs bleibt gleich (u. a. erkennbar an der fortlaufenden Gesangsmelodie), durch den reduzierten Einsatz der Rhythmusinstrumente wirkt das Stück jedoch nur noch halb so schnell. Die Gitarren spielen in jedem Takt dieses Parts abgedämpfte Powerchords über vier Achtelschläge auf den ersten beiden Zählzeiten, gefolgt von einem offenen Powerchord im Wert einer halben Note. Der Song endet mit drei ausklingenden Akkorden (C | F | G), gepaart mit simultanen Beckenschlägen des Schlagzeugs.

Rein musikalisch betrachtet ist BONNIE & CLYDE ein Paradebeispiel für viele Stücke der Toten Hosen. In der 2014 erschienen Biografie der Band werden die typischen Merkmale ihrer Musik folgendermaßen beschrieben: “eine leisere zurückgenommene Strophe, oft gestützt auf den Hosenhobel, die sich in einen lauteren, eingängigen Refrain öffnet. Im klassischen Fall wird der Refrain noch mit den Hosen-typischen Chören unterstützt […].” (Oehmke 2014: 365). Mit dem Hosenhobel beschreibt die Band selbst das perfektionierte Spiel des schnellen Achtel-Rhythmus auf der verzerrten Rhythmusgitarre mit der bereits erwähnten Palm-Mute-Technik. All diese genannten Elemente eines typischen Songs der Toten Hosen sind bei BONNIE & CLYDE nachweisbar.

Musik und Text von BONNIE & CLYDE sind gut aufeinander abgestimmt. Die im Text beschriebenen Szenerien sind geprägt von Rastlosigkeit und Abenteuer. Dies wird musikalisch untermalt vom schnellen Tempo des Songs sowie dem fast durchgängig treibenden Charakter der Rhythmusgruppe. Die einzige Unterbrechung erfolgt im ersten Teil des Soloparts, als die Sirenen erklingen. Der Widerstand der Polizei scheint die beiden Protagonisten auf ihrem Streifzug kurzzeitig aufzuhalten. Doch die schnelle Rückkehr zu Ursprungsrhythmus und -tempo symbolisiert, dass sie sich davon nicht aufhalten lassen. Die sich anschließende Strophe unterstützt diesen Deutungsansatz. Darin heißt es: “Lebendig kriegen sie uns nie, egal wie viele es sind / ‘Tod oder Freiheit’ soll auf unserem Grabstein stehen.”

Auf dem Cover der Single sind die beiden Hauptdarsteller des Musikvideos (Campino von den Toten Hosen und die Schauspielerin Lea Mornar) zu sehen. Beide tragen dunkle Sonnenbrillen und zielen mit einer Waffe in Richtung des Betrachters. Der Kamerafokus ist auf die Gesichter gelegt, sodass die Pistolen im Vordergrund nur unscharf zu erkennen sind. Die dem Song immanente provokative Haltung der beiden Protagonisten wird auf diese Weise auch in bildhafter Form deutlich.

Das Albumcover von Opium fürs Volk zeigt eine Collage von Johann Zambryski, in deren Zentrum der Kopf eines Mannes im Profil zu sehen ist. In diesem steckt von oben senkrecht eine Schraube, die mit Pfeilen nach links und rechts markiert ist. Damit wird auf die Lenkung einer Person durch äußere Einflüsse – beispielsweise Religion – und den damit einhergehenden Verlust der Selbstbestimmtheit angespielt. Auf dem Album wird das Thema in den Songs “Mensch”, “Die zehn Gebote”, “Paradies”, “Und wir leben” und “Seelentherapie” angesprochen. Auch BONNIE & CLYDE kann mit dem beschriebenen kompletten Ausbruch des Gangsterpaars aus der Abhängigkeit jeglicher Systeme dieser Thematik zugeordnet werden. Das Cover von Opium fürs Volk steht also im Einklang mit dessen musikalischen bzw. textlichen Inhalten.

Das Musikvideo zur Single ist narrativ angelegt und orientiert sich am Text des Songs. Campino und Lea Mornar spielen als Gangsterpaar die Hauptrollen. Die Handlung lässt sich kurz zusammenfassen: Die beiden Protagonisten lernen sich kennen und werden kurz darauf ein Paar (erste Strophe und erster Refrain). Sie begehen erfolgreich einen Überfall auf einen Geldtransport, mieten sich daraufhin mit der Beute in ein Hotel ein und feiern ihren Coup (zweite Strophe und zweiter Refrain). Am folgenden Morgen werden sie von einem Sondereinsatzkommando in ihrem Hotelzimmer überrascht und festgenommen (Solopart). Aus der Gefängniszelle werden sie jedoch schnell von anderen Gangstern – gespielt von den restlichen Bandmitgliedern der Toten Hosen – befreit (dritte Strophe). Auf der Flucht mit einem Auto kommt es zu einer Schießerei, bei der die Frau und der Fahrer des Autos getroffen werden. Dieses fährt daraufhin unkontrolliert gegen eine Mauer und explodiert (dritter und vierter Refrain).

Diese Geschichte wird allerdings nicht komplett chronologisch gezeigt. Stattdessen beginnt das Video im Intro des Songs in der Gefängniszelle, in welche das Paar eingesperrt wird. Auch im Zwischenspiel vor der zweiten Strophe kommt es zu einem kurzzeitigen Rückblick auf diesen Handlungsort.

Die starke Orientierung des Regisseurs am Songtext zeigt sich unter anderem auch darin, dass einzelne Textzeilen im Video bildhaft exakt wiedergegeben werden. So sind beispielsweise die beiden Hauptpersonen zu Beginn jedes Refrains (“Leg deinen Kopf an meine Schulter”) in enger Umarmung zu sehen. Ein weiteres Beispiel ist die Explosion des Autos am Ende des Clips auf die Zeile “Unsere Liebe soll ein Sprengsatz sein, der ständig explodiert”.

Die Toten Hosen vermitteln mit BONNIE & CLYDE eine typische Punkrock-Attitüde, bei der ein frei bestimmtes Leben und das Aufbegehren gegen die Obrigkeit im Mittelpunkt stehen. Deren Authentizität kann allerdings durchaus in Frage gestellt werden, da allein der kommerzielle Erfolg, den die Band Mitte der 1990er Jahre bereits genießt, den Idealen des Punk widerspricht.

Musikalisch ist BONNIE & CLYDE eines der punklastigeren Stücke des Albums und genießt vermutlich auch aus diesem Grund relativ hohes Ansehen unter den Fans der Toten Hosen. Deren Hörerschaft geht zwar längst über eingefleischte Punks hinaus und die Band bewegt sich spätestens seit den 2000er Jahren immer stärker vom Punk in Richtung Deutsch-Rock, dennoch kokettieren Die Toten Hosen regelmäßig mit dem Punk-Image.

IV. Rezeption

BONNIE & CLYDE gehört seit seiner Veröffentlichung zum festen Repertoire der Konzerte der Toten Hosen. Dabei wird das Stück spürbar schneller als im Original gespielt. Weitere Live-Elemente des Stücks sind Publikumsgesänge des (meist vorletzten) Refrains sowie ein Break der Instrumente an der bereits erwähnten Textstelle “Tod oder Freiheit”, die auf diese Weise besonders hervorgehoben wird. Aufgrund des hohen Tempos und des geradlinig treibenden Rhythmus ist das Lied für die verschiedenen Tanzformen des Rock und Punk (u. a. Pogotanz) geeignet und wird im Live-Set an den entsprechenden Stellen platziert, um die Stimmung im Publikum anzuheizen.

Das Album Opium fürs Volk stieg in Deutschland in der ersten Woche auf Platz eins der Charts ein, war insgesamt 54 Wochen in der deutschen Hitliste vertreten und erreichte bis 2002 zweimal Platin. In der Schweiz erreichte es Platz zwei und in Österreich den dritten Rang der nationalen Musikcharts. Mit diesen hohen Verkaufszahlen ist es das bis zu diesem Zeitpunkt kommerziell erfolgreichste Album der Band. BONNIE & CLYDE stieg in den deutschen Singlecharts auf Platz 33 ein und war insgesamt 16 Wochen dort vertreten. Die Singleauskopplung war somit kein größerer Erfolg der Bandgeschichte. Für das nichtdeutschsprachige Ausland veröffentlichten die Toten Hosen 1999 das Album Crash Landing, auf dem unter anderem auch eine englischsprachige Version von BONNIE & CLYDE zu hören ist.

Eine komplette Coverversion des Songs wurde bisher von keinem anderen Künstler veröffentlicht. Die Berliner Punkband Die Ärzte verarbeitete den Refrain in einem Live-Medley, welches als B-Seite auf der Single “Die Schönen und das Biest: Elke – (Live)” zu hören ist.

Das Album Opium fürs Volk wurde in der Musikpresse recht positiv kommentiert. Auf juristischer Ebene bekamen die Toten Hosen jedoch kurzzeitig Probleme mit dem Titel BONNIE & CLYDE. Der Politiker Jan Timke zeigte die Band wegen Beleidigung aufgrund folgender Textzeile an: “Wir rauben ein paar Banken aus oder einen Geldtransport / Wir schießen zwei, drei, vier, fünf Bullen um, wenn es nicht mehr anders geht.” Timke hatte mit dieser Anzeige jedoch keinen Erfolg.

 

THEO STEIGERT


Credits

Gesang: Andreas Frege
Gitarre: Andreas von Holst, Michael Breitkopf
Bass: Andreas Meurer
Schlagzeug: Wolfgang Rohde
Text: Andreas Frege
Musik: Michael Breitkopf
Produzent: Jon Caffery und Die Toten Hosen
Label: Jochens kleine Plattenfirma (JKP), EastWest Records GmbH
Studio: Skyline Studio, Düsseldorf
Veröffentlichung: 1996
Länge: 3:32

Recordings

  • Die Toten Hosen. “Bonnie & Clyde”. On: Opium fürs Volk, 1996, JKP/EastWest Records, JKP 03/0630-13829-2, Germany (CD/Album).
  • Die Toten Hosen. “Bonnie & Clyde”. On: Bonnie & Clyde, 1996, JKP/EastWest Records, JKP 06/0630-15213-2, Germany (CD/Single).
  • Die Toten Hosen. “Bonnie & Clyde”. On: Crash Landing, 1999, JKP/EastWest Records, JKP 28/6254-50199-2, Germany (CD/Album).
  • Die Toten Hosen. “Bonnie & Clyde”. On: Opium fürs Volk Jubiläumsedition, 2007, JKP, JKP 03, Germany (CD/Album Remastered).
  • Die Toten Hosen. “Bonnie & Clyde”. On: Crash Landing Jubiläumsedition, 2007, JKP, JKP 28, Germany (CD/Album Remastered).

Covers

Die Ärzte. “Medley (live)”. On: Die Schönen und das Biest/Elke (live). 1999, Hot Action Records, 561 416-2, Germany (CD/Single) [6:08 – 06:26].

References

  • Die Toten Hosen: Reich & Sexy II. Die Fetten Jahre/Ihre allergrößten Erfolge. Berlin: Bosworth Music 2004.
  • Federal Bureau of Investigation (FBI): “Bonnie and Clyde”. In: Famous Cases & Criminals. URL: http://www.fbi.gov/about-us/history/famous-cases/bonnie-and-clyde [20.03.2015].
  • Gläser, Ronald: Jan Timke. Bürger in Wut. In: Junge Freiheit 7/22 (2007).
  • Job, Bertram: Bis zum bitteren Ende … Die Toten Hosen erzählen IHRE Geschichte. München: Deutscher Taschenbuch Verlag 1997.
  • Oehmke, Philipp: Die Toten Hosen. Am Anfang war der Lärm. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 2014.

Links

  • Homepage der Band: http://www.dietotenhosen.de/ [20.03.2015].
  • Pressearchiv: http://www.dth-pressearchiv.de/ [20.03.2015].

About the Author

Analysis written in a course of Prof. Dr. Martin Pfleiderer at the University of Music FRANZ LISZT Weimar.
All contributions by Theo Steigert

Citation

Theo Steigert: “Bonnie & Clyde (Die Toten Hosen)”. In: Songlexikon. Encyclopedia of Songs. Ed. by Michael Fischer, Fernand Hörner and Christofer Jost. http://www.songlexikon.de/songs/bonnieandclyde, 03/2017.

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